Merkblatt für den richtigen Umgang mit Batterien und Akkus

Batterien und Akkus bereiten Ärger; die Leitung befriedigt nicht, die Lebensdauer ist zu kurz, die Kosten zu hoch. Häufigster Grund dafür ist jedoch der ungeschickte Umgang aus Mangel an Information.

Die 10 Gebote für den richtigen Umgang mit Batterien und Akkus

1. Erst gar nicht verwenden!

In manchen Fällen kann man auf die Verwendung von Batterien und Akkus durchaus verzichten; im Haus netzbetriebene Geräte verwenden, draussen versuchen Sonnenstrom aus Solarzellen oder Strom aus mechanischer Energie zu verwenden. Batteriestrom ist bis zu 1'000 Mal teurer als Strom aus der Steckdose! Die eigene Muskelkraft ist nicht nur gratis, sie bringt sogar etwas ein: man muss weniger oft ins Fitnesscenter rennen!
Wussten Sie zum Beispiel dass es Solarradios, Dynamo-Taschenlampen, Schwungrad-Rasierer und Velo-Rücklichter mit Superkondensator gibt?

2. Richtig entsorgen!

Am Ende seiner Lebensdauer einer Batterie oder eines Akkus sollte dieser an eine Verkaufs- oder Entsorgungsstelle zurückgegeben werden. Niemals in den Kehricht werfen! Noch landet fast die Hälfte dort. Besonders das Cadmium der NiCd-Akkus ist ein gefährliches Umweltgift. Nickel und Nickel-Verbindungen stehen im Verdacht krebserregend zu sein und alle Schwermetalle sind zudem umweltschädlich. Bei der Entsorgung werden wiederverwendbare Rohstoffe zurückgewonnen.
Achtung: in vielen Geräten sind immer noch Akkus "versteckt" eingebaut. Auch diese müssen richtig entsorgt werden.

3. Regenerierbare Alkali-Batterien verwenden!

Alkali-Batterien können mehrmals regeneriert (wieder aufgeladen) werden. Die "normalen" je nach Anwendung mehr oder weniger gut (3 bis 10 Mal, Unterschiede je nach Marke und Anwendung sind möglich). Speziell für die Regeneration entwickelte RAM (rechargeable Alkaline Manganese) Typen können noch viel häufiger (25 bis 100 Mal) regeneriert werden. RAM's gibt's zum Beispiel unter den Marken Renewal, Boomerang, BIG, Eubakon, AccuCell und Pure Energy.

4. Kohle-Zink-Batterien meiden!

Diese sind zwar am günstigsten, die teureren Alkali-Batterien sind jedoch viel leistungsfähiger (3 bis 5 Mal!) und müssen daher weniger oft ersetzt werden, erzeugen weniger Abfall und man fährt damit schlussendlich wesentlich günstiger! Kohle-Zink-Batterien sind nicht regenerierbar.

5. Nicht tiefentladen!

Akkuzellen können in den häufig verwendeten Serieschaltungen umgepolt und somit beschädigt werden. Akku- und Batterie-Zellen sollten nicht unter eine minimale Spannung von ca. 0.8 bis 1.0 Volt entladen werden! Die Auslaufgefahr wird grösser, weshalb verbrauchte Batterien immer sofort aus den Geräten entfernt werden sollten sobald diese nicht mehr voll funktionieren (nicht erst wenn das Gerät überhaupt nicht mehr läuft!). So können Batterien, die in einem Gerät mit hohem Stromverbrauch (z.B. Fotoblitz) nicht mehr brauchbar sind, in einem Gerät mit kleinem Verbrauch (Radio, Uhr, usw.) nach sinnvoll weiter verwendet werden. Tiefentladene Alkali-Batterien sind kaum mehr regenerierbar.

6. Akkus regelmässig komplett entladen!

Wenn NiCd und NiMH Akkus immer bereits wieder aufgeladen werden bevor sie vollständig entladen sind, werden diese "faul" und geben dann nicht mehr ihre ganze Leistung von sich (Memory-Effekt!). Eine regelmässige Komplett-Entladung (mindestens vor jedem 10. Aufladen!) bringt den alten Schwung wieder zurück! Aber Achtung: komplett entladen ist nicht tiefentladen! Das Gerät so lange benützen bis sich erste Schwächen bemerkbar machen oder es sich selbst ausschaltet. Achtung: diese Regel gilt nicht für die neuen Lithium-Ionen Akkus!

7. Nur mit passendem Ladegerät laden!

Die Lebensdauer der Akkus wird vor allem durch falsche Ladung verkürzt. Auf den jeweiligen Akkutyp zugeschnittene und Qualitativ gute Ladegeräte (Entladefunktion empfehlenswert!) lohnen sich über kurz oder lang! Alkali-Batterien können im falschen Ladegerät vermehrt auslaufen und die Berstmembran kann sogar hörbar platzen. Eine Explosion ist dagegen ausgeschlossen!

8. Nicht mehr funktionierende Akkus regenerieren!

Die Erfahrung zeigt, dass weit mehr als die Hälfte der scheinbar nicht mehr funktionierenden Akkus regeneriert werden kann! Oft genügen einige Zyklen "komplett entladen - laden", am einfachsten in einem Ladegerät mit Vorentladung, besser aber einem Refresh-Ladegerät. Oder man benützt einen Akku-Refresh-Service, welcher gegebenenfalls auch eine kostengünstige Reparatur des Akkus anbieten kann.

9. Verschiedene Zellen nicht mischen!

Wenn zum Betrieb eines Gerätes mehrere Zellen notwendig sind, so dürfen nur Zellen des gleichen Typs, gleicher Marke und gleicher Vergangenheit dazu verwendet werden! Nur so wird erreicht, dass alle im Betrieb immer möglichst den gleichen Ladezustand besitzen. Wenn dies nicht der Fall ist, so kann die schwächste Zelle tiefentladen und sogar umgepolt werden! Dadurch nimmt die Auslaufgefahr sehr stark zu.

10. Batterien "austragen"!

Neue Batterien zuerst in anspruchsvollen Geräten mit hohem Stromverbrauch einsetzen. Wenn sie dort nicht mehr genügend Leistung bringen, so können sie in einem anspruchsloseren Gerät mit kleinem Stromverbrauch ausgetragen werden. Nach dem endgültigen "aus" die Batterien jedoch rasch aus dem Gerät entfernen und richtig entsorgen.